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Die Einführung effizienterer Verfahrensabläufe könnte jährlich mehrere Millionen Euro einsparen, öffentliche Kosten senken und damit Steuerzahler entlasten. Vor allem in der öffentlichen Auftragsvergabe kann die vollständige Umstellung auf elektronische Prozesse eine erhebliche Kostenersparnis bewirken. Hierzu hatte die Europäische Kommission am 29. Juli 2010 ein Maßnahmenkatalog veröffentlicht, mit dessen Hilfe die eVergabe standardisiert und flächendeckend in der EU eingeführt werden kann.

Einer der zugehörigen Schritte war die Veröffentlichung des  Grünbuchs zum Ausbau der e-Beschaffung Anfang 2011, einschließlich der öffentlichen Konsultation hierzu. Die Mehrzahl der Beteiligten befürwortet das Tätigwerden auf EU-Ebene durch erleichternde Rechtsvorschriften für standardisierte eVergabe-Lösungen.

Parallel dazu plant die Kommission eine Analyse zur Förderung innovativer und herausragender eVergabe-Systeme in allen europäischen Mitgliedsstaaten mit dem Ziel, Erkenntnisse über vorbildliche Verfahren einzelner Mitgliedsstaaten zu gewinnen. Die Ergebnisse sollen zur Verfahrensvereinheitlichung und zur Investition in bewährte Lösungen beitragen.

In einer weiteren Maßnahme hat die Kommission am 16.12.2011 führende Experten auf dem Gebiet der Konzeption und Umsetzung von eVergabe-Systemen für eine informelle Sachverständigengruppe berufen. Zu den 20 Mitgliedern der e-Tendering Expert Group (eTEG)  gehört auch Carsten Prokop, Vorstandsmitglied der Sächsischen Druck- und Verlagshaus AG und Geschäftsführer der Vergabe24 GmbH. In seiner Doppelrolle gilt er sowohl als Experte für eVergabe-Lösungen als auch als engagierter Vertreter verschiedener deutscher Interessengruppen.

Seine Intention der Gruppe beizutreten ist es, durch Anreizsysteme für eine stärkere Verbreitung der eVergabe zu sorgen, die technische Standardisierung der eVergabe-Lösungen voranzubringen und die Verfahrensabläufe zu vereinfachen. Dies gelingt für Vergabestellen etwa durch eine Flexibilisierung der elektronischen Verfahrensabwicklung und Geschäftsmodelle und ist bieterseitig insbesondere mit der Reduzierung technischer Barrieren für die elektronische Signatur und die Angebotsabgabe realisierbar.

Bis Ende 2012 erarbeitet er gemeinsam mit den qualifizierten Mitgliedern aus 15 europäischen Staaten Funktionsanforderungen (Blueprint) von eVergabe-Lösungen. Dabei werden bewährte eVergabe-Systeme betrachtet und einheitliche Grundsätze abgeleitet.

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